top of page

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor - Warum Bäume pflanzen nicht ausreicht


Baum pflanzen
Baum pflanzen foto: Unsplash


Nachhaltigkeit hat sich längst von einem rein moralischen Thema zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor für Unternehmen entwickelt. Heutzutage stehen Unternehmen unter dem enormen Druck, nicht nur den äußeren Vorgaben, wie Richtlinien, ökologische Standards zu Emissionszielen von der Regierung gerecht zu werden, sondern auch von ihren Kunden, Mitarbeitenden und Partnern.

Es ist also unumgänglich, dass Unternehmen dieser Entwicklung entgegenwirken und Ressourcen einsetzen, um sich den Vorgaben zu nähern. Jedoch gibt es bei der Umsetzungsstrategie enorme Unterschiede, die unter anderem in der Unternehmensgröße begründet liegen. Während Großkonzerne die benötigte Ressource eher aufbringen können, stehen kleinere und mittlere Unternehmen vor der großen Herausforderung, sowohl das nötige Know-How als auch die notwendigen Ressourcen für eine Umsetzung aufzubringen.

Doch eine individuelle Nachhaltigkeitsstrategie ist zukunftsentscheidend für Unternehmen jeder Größe. Warum das so ist, wollen wir hier in diesem Beitrag erläutern. Wir klären die Frage, welche Elemente zu einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie gehören und warum das Pflanzen von Bäumen zwar zum guten Gewissen beiträgt, aber lange nicht den gewünschten Effekt bringt.


Nachhaltigkeit - ein vielschichtiges Konzept


Was beinhaltet der Begriff Nachhaltigkeit? Darüber gehen die Meinungen auseinander, denn es gibt keine konkrete gesellschaftlich und wissenschaftliche Definition. So gilt Nachhaltigkeit oftmals auch als "moralischer und ökonomischer Imperativ des 21. Jahrhunderts". Die fortschreitenden Digitalisierung und der Fokus auf ein nachhaltigeres Leben haben eine transformative Wirkung auf die Art und Weise wie wir leben. Und doch gibt es Kernmerkmale, die sich klar abzeichnen. Der wesentliche Fokus besteht darin, einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen langfristig zu etablieren. Diese Zielstellung soll sich ganz konkret in unternehmerischem Handeln widerspiegeln und fügt sich als festen Bestandteil in die Unternehmensstrategie ein. Dabei kommt das Prinzip der intergenerationalen Gerechtigkeit zum Tragen - sodass heutige Generationen durch die Erfüllung ihrer Bedürfnisse den zukünftigen Generationen keine unnötige Last aufbürdet und auch die zukünftige Generation ihre Bedürfnisse realisieren kann. Teilaspekte sind interkontinentale Abkommen mit verantwortungsvoller Wertschöpfungskette, die Erhaltung von Biodiversität und des Ökosystems weltweit, Nutzung und Entwicklung von Kreislaufwirtschaftssystemen und eine soziale Verantwortung. Kurzum: Nachhaltigkeit ist ein umfassendes Konzept dass eine Balance aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren beinhaltet.


Großkonzerne und KMUs - Gleiche Ziele unterschiedliche Herangehensweisen und Potenziale


Um externe Richtlinien zu erreichen, existieren bestenfalls Strategien und ein konkreter Umsetzungsplan. Je nach Unternehmensgröße unterscheiden sich jedoch Herangehensweise, Umsetzung und Auswirkungen, erheblich. Großkonzerne haben mittlerweile ganze Abteilungen, die sich nur um das Erreichen von Emissionszielen beschäftigen. Das sieht bei KMUs in der Realität ganz anders aus - für sie ist die Ressource zur Umsetzung oft begrenzt. Ihnen fehlen zudem oft Plan und Expertise, um eine nachhaltige Strategie effektiv umzusetzen. Dadurch dass das Thema auch eine gewisse Kontinuität erfordert, sind sie auf langfristige Unterstützung in der Umsetzung angewiesen. Dennoch haben KMUs auch Vorteile: Sie sind agiler und können schneller auf Veränderungen reagieren. Des Weiteren verfügen sie oft über eine höhere Innovationskraft und haben somit ein großes Potenzial für Veränderungen.

Es ist also durchaus möglich, dass KMUs mit der nötigen Expertise in kürzester Zeit spürbare Veränderungen herbeiführen können, während Großkonzerne den Dampfer nur langsam in die richtige Richtung lenken.

Es gibt verschiedene Methoden, um eine Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen. Dazu gehören die Emissionsreduktion und die Entwicklung von klimafreundlichen Geschäftsmodellen, der Einsatz von erneuerbaren Energien und Ressourcen sowie die Vermeidung von Abfällen und die Überwachung der Lieferketten.

Aber auch die ganz kleinen Schritte in die richtige Richtung sind wichtig. Wichtig ist jedoch, dass das Thema Nachhaltigkeit als komplettes Mindset verstanden wird, sowohl Denken, als auch Handeln und Kommunizieren umfasst und langfristig verfolgt wird.


Nachhaltigkeit - mehr als nur Imagefaktor


Wie hat sich das Bewusstsein beim Thema Nachhaltigkeit entwickelt? Fernab von Vorgaben durch externe Standards und dem Erreichen von nationalen und internationalen Nachhaltigkeitszielen. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei die Veränderung von Kundenerwartungen. Immer mehr Verbraucher:innen legen Wert auf die Herkunft von Produkten und Dienstleistungen, was die Kundenbindung massiv beeinflusst. Die sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR) ist populärer denn je. Sowohl in der Mode-, Lebensmittel- oder Automobilbranche - denn nachhaltige Produkte sind gefragt. Der Anteil von Deutschen, für die soziales und ökologisches Handeln ein Kaufkriterium ist, liegt bei über 50% (statista, 2021). Auch die Wertevorstellung und Anforderungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hat sich verändert. Während früher Nachhaltigkeit bestenfalls als "positiver Nebeneffekt" gegolten hat, wird es heutzutage immer mehr zu einem zentralen Kriterium für oder gegen einen Arbeitgeber - und konkurriert mit der Gehaltsfrage. Gerade bei jungen Arbeitnehmer:innen ist diese Entwicklung bemerkbar, sie liegt bei über 56% (statista, 2020).

Die Agilität am Markt ist ein weiterer, wohl maßgebend entscheidender Faktor für das erfolgreiche Fortbestehen eines Unternehmens. Denn der Grad der Nachhaltigkeit kann dabei den Risikostatus beeinflussen. Je nachhaltiger ein Unternehmen agiert, desto besser ist es gerüstet gegenüber wirtschaftlichen, politischen und sozialen Herausforderungen. Aber auch Kosteneinsparungen können durch den effizienten Einsatz von Ressourcen erzielt werden. Und frei gewordene Kapazitäten können optimiert genutzt werden.


Warum "Bäume pflanzen" am Ziel vorbei geht


Es geht schon lange nicht mehr nur um eine "grüne Imagepflege", sondern um eine strategische Herangehensweise mit verschiedenen Methoden, wie beispielsweise erneuerbare Energien zu nutzen und Prozesse hinsichtlich der Energieeffizienz entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren. Diese Methoden erfordern langfristiges Handeln und beeinflussen die Zukunft eines Unternehmens maßgeblich. Jeder Beitrag zählt und kann einen Unterschied machen. Doch Unternehmen sollten sich nicht damit begnügen, Bäume zu pflanzen oder andere symbolische Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Engagement für Nachhaltigkeit zu demonstrieren. Denn wenn fossile Brennstoffe unvermindert weiter verfeuert werden, hilft auch keine Bepflanzung mehr. Der Trend geht hierbei auch eher zu "smart forestation" - eine sinnvolle, partielle Baumbepflanzung in Gebieten, die zum Klimaschutz beitragen - aber das ist wiederum ein anderes Thema. Die Frage nach dem warum und wieso stellt sich mittlerweile bei allen Handlungsschritten, die Firmen unternehmen, denn der Hintergrund wird in seiner Sinnhaftigkeit hinterfragt und vermeintliches Greenwashing schneller identifiziert. Im Endeffekt zählt die verankerte Strategie einer langfristigen Emissionsreduktion und das übergeordnete Ergebnis der Klimaneutralität.


Moving forward durch innovative Technologien


Die Investition in innovative Technologien ist eine langfristige Methode, um Nachhaltigkeit in Unternehmen so ganzheitlich wie möglich umzusetzen. Innovative Technologien können beispielsweise die Einführung von digitalen Lösungen für Energieeffizienz und Abfallmanagement sein, die Umstellung auf erneuerbare Energien oder die Entwicklung von umweltfreundlichen Materialien und Produkten. Die Zuhilfenahme einer technologischen Unternehmensberatung kann Unternehmen bei der Identifizierung und Implementierung geeigneter Technologien unterstützen - insbesondere KMUs, die oft nicht die Expertise oder Ressource haben, um ihre Nachhaltigkeitsziele selbstständig zu erreichen. Bereiche wie alternative Antriebe, Automatisierte Prozesse, Digitalisierung und verbesserte Produktionsprozesse können den Ressourcenverbrauch spürbar optimieren. Wichtig ist hierbei auch, dass die Investition in moderne Technologien und innovative Konzepte priorisiert wird - denn nicht selten werden Innovationen und Nachhaltigkeit als kurzfristiger Trend abgetan. Skepsis und Vorbehalte sind verständlich und es ist auch wichtig diese kritisch zu hinterfragen und Chancen und Risiken abzuwägen. Sich frühzeitig mit neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen und flexibel zu bleiben, setzt den ersten Schritt für eine nachhaltige Veränderung. Gerade KMUs sollten die strategische Entscheidung nicht zu lange hinauszögern und sich schnell externe Hilfestellung suchen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Fazit: Nachhaltigkeit muss intern und extern als ganzheitliches Konzept verstanden und priorisiert werden. Bei der Komplexität der Thematik kann auch externe Hilfe eine gute Strategie entwickeln, die nach und nach umgesetzt werden kann. Jedoch muss hier gesagt sein: Baum ist nicht gleich Baum! Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema ist unerlässlich - Bäume pflanzen kann richtig gemacht werden und ist nicht immer eine Umwelt-PR-Moralverpackung. Doch ohne Strategie dahinter wird sowohl die Umwelt, als auch das Unternehmen nicht gerettet.






Quellen:


Comentarios


bottom of page